Die Nacht, die nicht enden wollte!
- Es war wieder einer dieser quälenden Nächte, in denen man alleine im Bett liegt, die Dunkelheit an die Wände drückt und die Gedanken einfach nicht zur Ruhe kommen wollen.
Heute, am 26.12.2025, sind auch die Weihnachtstage vorbei, doch die Kinder sind mir immer noch nicht aus dem Kopf.
- Egal ob Sandy, Sammy oder die Zwillinge – sie geistern mir durch die Gedanken, während die Stille im Zimmer beinahe laut wird.
Einen Sohn habe ich ja nicht mehr wirklich, denn reden darf er seit Jahrzehnten nicht mit mir, weil seine heißgeliebte Gattin das so möchte.
- Sonst würde er seinen eigenen Sohn ja schließlich nicht mehr zu sehen bekommen.
- Frauen dieser Art müssen meistens den größten Dreck direkt vor der eigenen Haustür kehren.
- Und dann wäre da noch mein anderer Bruder, der durch das Fremdgehen gezeugt wurde.
Der eigentliche Kracher aber bleibt der letzte Bruder, der wirklich das Letzte ist, denn er vögelt alles, was nicht bei drei auf’m Baum ist.
- Ich erinnere mich noch gut an die Zeit in Heinsberg-Breberen, als er regelmäßig plötzlich mit der drei Jahre jüngeren Schwester seiner Frau bei mir auftauchte.
- Ich schaute damals nicht nur irritiert, sondern auch zutiefst genervt, denn ich wusste genau, was da wieder lief.
“Ein Gespräch am Morgen”
- Gegen 8 Uhr habe ich – wie jeden Morgen – mit meiner langjährigen Freundin Petra geplaudert.
- Wir hatten auf WhatsApp wieder reichlich Gesprächsstoff.
Eine Stunde später gab es dann Frühstück.
- Wie jeden Morgen stand eine Tasse mit heißem, schwarzem Kaffee vor mir.

- Dazu eine einzige Schnitte gut gekühltes Weißbrot, obwohl ich natürlich warme Brötchen bevorzugen würde, aber man soll ja nicht klagen.

- Wenigstens gute Butter war drauf.
- Als Belag eine kalte, streichzarte Leberwurst, die ich mit Düsseldorfer Mostert verfeinert habe.
- Dazu gab es ein hartgekochtes Ei, denn weiche Eier darf man hier nicht – und nein, ich rede nicht von Weicheiern in der Küche.
- Ein kleiner Spaß muss sein, selbst wenn es eigentlich gar nicht so spaßig ist.

- Serviert wurde alles auf einem Tablett mit großer, weihnachtlicher Serviette, was den Morgen ein wenig festlicher wirken ließ.
“Zwischen Nachrichten und Lachen”
- Unmittelbar nach dem Frühstück habe ich – wie jeden Morgen – meine Facebook-Freundinnen und Freunde mit einem lustigen Video unterhalten.
- Drei E-Mails habe ich zwischendurch auch noch schnell beantwortet, und das sogar am zweiten Weihnachtsfeiertag.
- Für Petra war das alles wahrscheinlich eine kleine Kur, denn die Enkelin war bei ihrer Mutter.
Ich sage immer wieder:
- Kinder machen ist nicht schwer, Eltern “sein” dagegen sehr.
Ich zolle Petra großen Respekt für alles, was sie mit ihrer Enkelin durchzukämpfen hat, denn leicht ist das alles ganz bestimmt nicht.
- Streit mag ich nicht, aber irgendwann muss da etwas passieren, denn Petra ist ja nun auch nicht mehr die Jüngste.
“Ein Mittagessen mit Bedeutung”
- Der Vormittag verging und irgendwann stand das Mittagessen bereit – nicht vor der Tür, denn dann müsste ich ja aufstehen und die Tür öffnen.
Das ist natürlich nur ein Scherz, denn ich bin jetzt weit über fünfeinhalb Jahre bettlägerig.
- Bettlägerigkeit bedeutet, dass man dauerhaft ans Bett gebunden ist und sich nicht mehr selbstständig aufrichten oder frei bewegen kann.
- Die Ursache ist meist eine schwere Erkrankung oder starke körperliche Einschränkung, die ein Leben im Liegen erzwingt.

- Es gab heute eine herrlich heiße Champignoncremesuppe.
Eine Champignoncremesuppe stellt man traditionell her, indem man frische Champignons in Butter anschwitzt, mit Zwiebeln und Knoblauch aromatisiert, mit etwas Mehl bindet, Brühe angießt, alles weich kocht und anschließend püriert.
- Verfeinert wird sie mit Sahne, Salz, Pfeffer und frischer Petersilie.
- Die Muskatnuss wird weggelassen wegen dem Verhalten bei diversen Allergien.
- Insgesamt beträgt die Kochzeit etwa zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten.

- Als Hauptgericht gab es gut gegarte Schweinebäckchen.
Schweinebäckchen sitzen – wie der Name schon sagt – in der Gesichtsregion des Schweins, direkt unterhalb der Augen, und gehören zu den zartesten Muskelpartien, wenn sie richtig geschmort werden.
- Die Garzeit liegt meist zwischen zwei und drei Stunden, damit sie innen butterzart bleiben.
- Gewürzt wird klassisch mit Salz, Pfeffer, Lorbeer, Thymian und etwas Wurzelgemüse in der Sauce.
Dazu gab es Blumenkohl mit einer fantastischen Sauce Béarnaise.
- Die Béarnaise unterscheidet sich von der Hollandaise darin, dass sie zusätzlich mit Estragon und Kerbel aromatisiert wird und einen reduzierten Weißwein-Essig-Ansatz enthält, während die Hollandaise rein auf Butter-Eigelb-Emulsion basiert.
Kartoffeln gab es ebenfalls, aber die habe ich nicht gegessen, und zwar nicht aus geschmacklichen Gründen, sondern weil ich eine bariatrische Operation hinter mir habe.
- Eine bariatrische Operation ist ein zum Teil schwerer Eingriff zur Verkleinerung des Magens oder zur Umleitung des Verdauungswegs, um massives Übergewicht zu reduzieren.

- Zum Abschluss gab es einen gut gekühlten Sahne Vanillepudding, der das Mittagessen harmonisch abgerundet hat.
“Müdigkeit und Vergesslichkeit”
- Nach dem Essen habe ich drei Stunden sehr gut geschlafen.
Leider wurde ich – wie so oft – bei der Pflege vergessen.
- Das ist hier ja schon fast Alltag.
Zwischendurch habe ich ein paar Wartungsarbeiten an meinem Server erledigt und auf allen Webseiten eine neue Sicherheitslösung installiert:
AIOS, eine All-in-One-Security-Lösung für WordPress.

- Solche Systeme sind unverzichtbar, weil sie Angriffe von außen, Hackerangriffe, unsichere Logins und Schadsoftware verhindern.
- Gerade in Zeiten zunehmender Cyberkriminalität ist Vorsorge der beste Schutz.
Nebenbei habe ich immer wieder mit Petra geschrieben – WhatsApp ist unser täglicher Draht.
“Ein Abend voller Erinnerungen”
- Der Nachmittag verflog, das Abendessen stand auf dem Tisch und ich habe es kaum kommen sehen.

- Es gab frisches Weißbrot, geschmiert mit gut gekühlter Margarine.
- Drei Scheiben Wurst lagen darauf.
- Eine Hälfte des Brotes habe ich mit Düsseldorfer Mostert verfeinert, die andere mit Knoblauchcreme und Tomatenketchup.
- Ein bestimmter Pfleger hatte glücklicherweise keinen Dienst, denn er wäre wegen des Knoblauchs rückwärts aus dem Zimmer gefallen.
- Zusätzlich habe ich ein paar eingelegte Knoblauchzehen gegessen.
Eingelegte Knoblauchzehen stellt man her, indem man Knoblauch schält, in ein Glas gibt, mit Öl, Pfefferkörnern, Lorbeer, Chili und etwas Salz übergießt und mehrere Tage ziehen lässt.

- Dazu gab es eine gut gekühlte Orange.
Wenn ich Orangen sehe, denke ich immer an meine Zeit im internationalen Fernverkehr zurück.
- Wie oft habe ich südlich von Valencia Orangen und Nektarinen geladen.
Nektarinen unterscheiden sich von Orangen nicht nur äußerlich, sondern auch im Fruchtfleisch:
- Orangen sind klar saftiger und ausgeprägt fruchtig, während Nektarinen eine festere Struktur besitzen und weniger Zitrussäure haben.
- Petra würde natürlich wieder sagen, man merkt, wie sehr du Spanien vermisst – und sie hat recht.
Cambrils liegt an der spanischen Mittelmeerküste, etwa hundert Kilometer südwestlich von Barcelona.
- Bis Valencia sind es rund zweihundertvierzig Kilometer.
- Das Klima ist mediterran, mit warmen Sommern und milden Wintern, und ich hoffe, irgendwann wieder dort leben zu können, nicht als Tourist.
“Enttäuschungen am Abend”

- Als Getränk gab es wie jeden Abend eine gut gekühlte Dose Buttermilch, heute mit Erdbeergeschmack.
- Danach habe ich noch etwas mit Petra geplaudert.
Geärgert hat mich allerdings die beste Freundin meiner verstorbenen Tochter Samantha.
- Sie bringt es nicht fertig, sich mal zu melden.
Ich bin kein Mensch des Streits, habe ihr sogar eine SMS geschickt und frohe Weihnachten gewünscht – aber auf WhatsApp reagiert sie ja ohnehin nicht mehr.
- Es kam nur ein trockenes „danke, ebenfalls“.
Meine Oma hätte gesagt:
- Undank ist der Menschen Lohn.
- Dabei habe ich ihr jahrelang den Rücken gestärkt und ihr immer wieder die Hand gereicht.
Sobald ich wieder eine eigene Wohnung gehabt hätte – damals wusste man noch nicht, dass ich so schwer krank werden würde – hätte sie jederzeit zu mir kommen können.
- Sie lebt im Elternhaus, das unter aller Sau ist.
- Vom Bruder gepiesackt, von der Schwägerin gemobbt, die Mutter Alkoholikerin, weil sie das Elend mit dem Vater vermutlich nicht mehr ertragen kann.
- Und wer mich kennt, weiß, dass ich beruflich viel gesehen habe, sowohl in Deutschland als auch in Portugal.
- Namen nenne ich keine, aber manche werden genau wissen, wen ich meine.
“Ein bitteres Fazit”
- Was der nächste Tag bringt, weiß ich nicht.
Was ich aber weiß:
- Ich muss die Kinder immer wieder davor warnen, ihre Eltern nicht in dieses Alten- und Pflegeheim der Firma Schuch GmbH in der Eifel zu geben.
Man ist hier wirklich nur eine Nummer im System, und ich bekomme das jeden einzelnen Tag am eigenen Leib zu spüren.
- Am kommenden Montag geht die Suche nach einem neuen Alten- und Pflegeheim weiter.
- Und da ist mir völlig egal, was das Betreuungsgericht in Düren dazu meint.
Von diesem “Ich” bin ein Verfahrenspfleger lasse ich mir mein Leben jedenfalls nicht zerstören.


Gott sei Dank haben wir immer noch die freie Entscheidung, wo wir wohnen wollen.
Und dazu hat auch kein Betreuer zu bestimmen, er hat auf die Bedürfnisse des Betreuten einzugehen.
Nichts anders.
Der Betreuer hat zubegleiten.