“Die Schlaflose Nacht:

  • Die Nacht war wie jede Nacht in den vergangenen Jahrzehnten ein einziges Hin- und Herwälzen, begleitet von Gedanken über alles, was in den letzten fünfeinhalb Jahren über mich hereingebrochen ist.

Ich frage mich oft, womit ich all das verdient habe:

  • Die Zeit in der Einrichtung in Jülich-Hambach, der Aufenthalt in der Uniklinik Aachen, die zwei Herzinfarkte, die man mir erst als schwer, dann als leicht bezeichnete – als wäre es am Ende nicht egal, wenn man seit Jahren bettlägerig ist.
  • Doch selbst die längste Nacht findet irgendwann ihr Ende, und so begann auch dieser Morgen wie jeder andere.

“Der Morgen mit Petra”

  • Punkt 8 Uhr habe ich wieder mit Petra gesprochen, und dieses Mal wurde unser Gespräch sogar erstaunlich ausführlich.
  • Es tat gut zu merken, dass man mich nicht vergessen hatte – zumindest bis dahin.

Kurz danach stand auch das Frühstück auf dem Tisch.

  • Zwei frische halbe Brötchen, die ich liebevoll mit Kerrygold bestrichen habe.
  • Das linke belegte ich mit einer gut gekühlten Scheibe holländischem Gouda, einer ebenso kühlen Scheibe Wurst, verfeinert mit Löwensenf und ein paar Tropfen Tabasco.
  • Das rechte Brötchen bestrich ich mit Zuckerrübenkraut und deckte es mit magerem Quark ab.

  • Und natürlich durfte die Tasse heißer schwarzer Kaffee nicht fehlen.

“Arbeit am Vormittag”

  • Direkt nach dem Frühstück widmete ich mich meinen Webseiten und beantwortete einige E-Mails.
  • In dieser Vorweihnachtszeit habe ich außerdem ein niedliches Video auf Facebook hochgeladen, das den passenden Titel „Frohe Weihnachten“ trägt.
  • Wenn man regelmäßig etwas zu tun hat, vergeht der Vormittag wie im Flug – und schon steht das Mittagessen vor mir.

“Das Mittagessen”

  • Man kann über die Küche sagen, was man will, aber ihren Job beherrscht sie.

  • Es gab eine pürierte Erbsensuppe, damit meine Zähne nicht wieder Probleme machen.

  • Die Königin des Mittags war jedoch das Rinderkotelett, perfekt gegart und gebacken.
  • Als Beilage gab es ein fantastisches Porree in einer ebenso fantastischen Sahnesoße sowie einfache Kartoffeln, die ich allerdings nicht gegessen habe.

  • Zum Nachtisch wartete eine angenehm gekühlte Schale Quark mit Mandarinenstückchen und Ananas.
  • Danach fiel ich tatsächlich für drei Stunden in einen tiefen Schlaf.

“Der Nachmittag zwischen Pflege und Arbeit”

  • Nach dem Aufwachen fand die Pflege statt, und zwischendurch schrieb und beantwortete ich weitere E-Mails.
  • Ich plauderte wieder ein wenig mit Petra und lud für meine Facebook-Freundinnen und Freunde ein lustiges Video hoch.
  • Doch auch der längste Nachmittag endet irgendwann – und hätte ich nicht selbst geklingelt, wäre ich wohl wieder ohne Abendessen geblieben.

“Vergessen beim Abendessen”

  • Nach 20:30 Uhr brachte man mir schließlich eine Scheibe Weißbrot mit drei Scheiben Käse, leider längst nicht mehr kühl, weil es wohl schon eine ganze Weile herum stand.

  • Dazu gab es eine Banane.

  • Einen Becher Buttermilch mit Erdbeergeschmack.

Petra regte sich darüber auf, dass man mich erneut vergessen hatte, doch ich selber rege mich über solche Dinge schon lange nicht mehr auf.

  • Es lohnt sich einfach nicht mehr.

“Ein warnender Blick in die Zukunft”

Wie jeden Tag in den letzten Wochen kann ich nur warnen:

Was der nächste Tag bringen wird, weiß ich nicht.

  • Ich muss mich weiterhin um eine Anwaltskanzlei kümmern, damit dieses Elend hier endlich ein Ende findet.

Und mögen sich das Betreuungsgericht in Düren oder andere Stellen aufregen, wie sie wollen – ich lasse mir mein Leben von niemandem mehr verderben.

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Ein Gedanke dazu

  1. Ja, ich bin wütend und das nicht zu knapp.
    Ich mag es überhaupt nicht, das irgend jemand über mein Leben bestimmt.
    Und so kann ich mir vorstellen, wie es Jaky empfindet. Hilfe ist noch lange nicht Hilfe.
    Jede Medaille hat zwei Seiten. Und das Betreuungsgericht hat die schlechte Seite gewählt.

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