“Der Morgen im Irrenhaus, das sich Alten- und Pflegeheim nennt”
- Wie schon in den letzten Tagen und Wochen geht mir auch heute wieder unendlich viel durch den Kopf, und das bleibt wohl nicht aus, wenn man in einem Irrenhaus untergebracht wird, das ganz offiziell Alten- und Pflegeheim schimpft.
- Gleichzeitig bin ich gespannt darauf, was heute passiert – oder eben wieder einmal nicht passiert.
Ich hatte ja in den letzten Tagen unmissverständlich darauf hingewiesen, dass ich bis 15:00 Uhr die dringend benötigte Dockingstation in meinem Zimmer haben muss.
- Eine Dockingstation ist im Grunde ein kleines technisches Gerät, mit dem man SSD- oder SATA-Festplatten von außen anschließen und auslesen kann.
- Man steckt die Platte (n) einfach hinein, verbindet die Station mit dem Computer, und schon kann man Daten sichern, kopieren oder wiederherstellen.
- Für jemanden wie mich, der im Moment auf jeden einzelnen gespeicherten Inhalt angewiesen ist, ist das absolut unverzichtbar.
- Obwohl ich hoffe, dass ich die Polizei nicht einschalten muss, weiß die Vergangenheit leider zu gut, dass man hier auf nichts bauen kann.
“Gespräche bei Sonnenaufgang”
Wie jeden Tag habe ich um Punkt 8:00 Uhr mit Petra geplaudert – so regelmäßig, dass man fast schon die Uhr danach stellen könnte.
Die letzte Nacht war dagegen von vielen Gesprächen mit der neuen, wirklich sehr netten und süßen Pflegerin geprägt.
- Da mein Laptop ausgefallen ist und ich sehnsüchtig auf den neuen Rechner warte, war ich gezwungen, Skype über mein Handy zu nutzen.
- Wir hatten viel Spaß, und sie hat schlichtweg eine sympathische, fröhliche Art.
- Zusätzlich weiß sie genau, was mit meinem Gesundheitszustand los ist – nicht, dass ich „durchgeknallt“ wäre, denn das weiß ja ohnehin jeder, sondern was meine Bettlägerigkeit und die alltäglichen Probleme betrifft.
“Das Frühstück mit heißem Kaffee und warmen Brötchen”

- Wie jeden Morgen stand eine große Tasse heißen schwarzen Kaffees vor mir.

- Dazu gab es zwei warme halbe Brötchen, die ich bereits vorab mit Kerrygold-Butter vorbereitet hatte.
- Das linke Brötchen belegte ich mit einer Scheibe Käse und zwei Scheiben gut gekühlter Salami, verfeinert mit Löwensenf und Tabasco.
- Auf der rechten Seite lagen zwei kräftige Scheiben Teewurst, ebenfalls mit Löwensenf und Tabasco gewürzt.
Passend zum Thema „scharf“ habe ich natürlich wieder eine Grafik erstellt:

- Scharfes Essen erspart den Doktor.
- Direkt nach dem Frühstück habe ich Facebook-Freundinnen und -Freunde unterhalten, ein paar E-Mails beantwortet und den Vormittag irgendwie damit herumgebracht – was ich nach wie vor einfach nur ätzend finde.
“Mittagessen und ein Anruf, der unvermeidbar wurde”
- Vor dem Essen musste ich noch zwei Telefonate führen.
Und heute hat man mich tatsächlich wieder nicht vergessen:

- Es gab eine fantastische, cremige Pilzcremesuppe.

- Dazu ein Stück selbstgemachte Pizza, von dem ich allerdings nur den oberen Belag aus Käse, Champignons und kleinen Salamistückchen gegessen habe.

- Als Dessert gab es eine gut gekühlte Schale Zitronen-Vanillepudding – kannte ich so noch nicht, aber es war sehr lecker.
Zwischendurch kam eine WhatsApp-Nachricht von meiner kleinen süßen Pflegerin, und ich konnte mir natürlich nicht verkneifen, ihr eine passende humorvolle Grafik zu schicken.

- Danach habe ich zwei Stunden geschlafen, um mich von der Nacht zu erholen.
Petra und ich lachten später Tränen, weil wir beide erkältet sind.
- Ich meinte im Spaß, dass ich die Erkältung nicht von ihr haben kann, denn mein Handy habe schließlich eine Antiviren-Software.

- Wir haben uns kaum eingekriegt, und besonders witzig war, dass ich gar nicht wusste, dass Petra überhaupt so lachen kann.
“Der Nachmittag zwischen Video’s, Virus-Witzen und zunehmender Frustration”
- Zwischendurch habe ich wieder einige Facebook-Freundinnen und -Freunde mit einem lustigen Video unseres „Lieblingsukrainers“ zum Lachen gebracht.
- Ob man über ihn momentan lachen kann, weiß ich nicht, aber das Video war knuffig.
- Petra und ich haben jedenfalls weiter über den Viren-Witz gelacht, bis es uns beiden fast die Tränen aus den Augen gedrückt hat.
- Ich musste noch dringend eine E-Mail schreiben.
Und dann passierte genau das, was ich vermeiden wollte:
- Ich rief bei der Polizeidienststelle in Düren an und bat um Unterstützung.
- Die Dockingstation kam nicht, weil der Hausmeister angeblich nicht mehr da war – aber was hier im Irrenhaus abgeht, ist ohnehin jedem egal.
“Der neue Rechner ist da – endlich ein Lichtblick”
Dann aber die gute Nachricht:
- Der Rechner, den Leon zusammengebaut hat, ist endlich eingetroffen!
- Genau wie gewünscht mit einer schnellen SSD-Karte und einer 2-Terabyte-Festplatte für Spiele wie World of Tanks, World of Warships und alles, was man täglich braucht.
- Der einzige Kampf war, dass ich die Daten nicht vom alten Laptop ziehen konnte und jede Installation einzeln durchführen musste.
Aber es hat sich gelohnt.
“Das Abendessen und das übliche Ritual”
Und wieder wurde ich nicht vergessen:

- Es gab eine Scheibe gut gekühltes Weißbrot, wie immer mit Kerrygold-Butter aus meinem eigenen Bestand geschmiert.
- Links belegte ich mit Käse, rechts mit Salami.

- Dazu gab es eine gut gekühlte Banane, die ich mir wie immer für die Nacht aufbewahre.

- Am Abend bekam ich meinen täglichen Becher gut gekühlter Buttermilch, heute mit Aprikose.

- Danach wieder das gleiche Dessert wie mittags.
“Gedanken an früher und ein Blick auf Zahlen, die einmal mein Leben waren!
- Im Laufe des Abends sprachen wir noch darüber, was ich früher beruflich aufgebaut hatte.
- Die Firma Schuch GmbH kann sich darauf definitiv nichts einbilden, denn vor einigen Wochen wurde bei einer Tiefen Recherche in meinen alten Unterlagen festgestellt, dass mein früheres Unternehmen inklusive aller Fahrzeuge, Auflieger, Inventar und Gebäude einen Gesamtwert von über 1,75 Millionen Euro hatte.
- Das habe ich mir selbst erarbeitet – gemeinsam mit meiner Ex-Frau Doris.
Dazu gab es heute natürlich auch wieder eine Grafik von mir:
“Das letzte Hemd hat keine Taschen“.

- Der Ausblick auf morgen und der dringende Appell an die Kinder!
Wie gesagt:
- Ich habe die Dockingstation nicht bekommen und bete zu Gott, dass sie spätestens Montag hier ist, damit ich versuchen kann, beide Festplatten mit einem Wiederherstellungsprogramm für Windows zu retten.
- Was der morgige Tag bringen wird, weiß ich nicht.
Aber eines kann ich Kindern nur ans Herz legen:
Wenn eure Eltern in ein Alten- oder Pflegeheim müssen, dann sucht bitte ein anderes als die Firma Schuch GmbH.
Am Wochenende kann man die Anwaltssuche knicken, aber zumindest kann man Kanzleien im Großraum Aachen oder direkt in Düsseldorf anschreiben.
- Warum Aachen?
- Ganz einfach: Hauptsache raus hier.

Wenn die Fa. Schuch es nicht anders haben wollte, dann war es der richtige Schritt. …
Ja, bei aller Ernsthaftigkeit haben wir uns selber gemittelt, damit wir das Lachen nicht vergessen. …
Jeder Tag ist ein Kampf, damit Du einen Schritt weiter kommst. Zur Zeit ist wieder stillstand.