Eine Nacht voller Erinnerungen!
“Die Gedanken an 2016 und an schmerzhafte Verluste”
- In dieser Nacht ging mir wieder so vieles durch den Kopf, und wie so oft führte mich mein innerer Weg zurück ins Jahr 2016, zu dem Tag, an dem meine Sandy an Leukämie gestorben ist.

- Leukämie ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems, bei der die weißen Blutkörperchen unkontrolliert wachsen und das gesunde Blut verdrängen.
- Der Körper verliert Schritt für Schritt seine Fähigkeit, Infektionen zu bekämpfen, Sauerstoff zu transportieren und wichtige Blutbestandteile zu bilden.
- Es ist ein leiser, heimtückischer Prozess, der am Ende das gesamte Leben erdrückt.
Und dann war da auch wieder die Erinnerung an meine Sammy, meine älteste (vom Alter her) Tochter, die am 19.08.2024 an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstorben ist.

- Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den aggressivsten Tumorarten überhaupt, weil er lange keine Symptome zeigt und meistens erst entdeckt wird, wenn er bereits gestreut hat.
- Die Bauchspeicheldrüse liegt tief im Bauchraum, und der Tumor zerstört nach und nach ein Organ, das für Verdauung und Insulin lebenswichtig ist.
Wenn man diese beiden Verluste wieder vor Augen hat, fragt man sich, warum das Leben manchmal so erbarmungslos zuschlagen muss.
- Ich weiß, man sollte nicht in der Vergangenheit schwelgen, doch so bin ich nun einmal.
- Es gehört zu meinem Wesen, alles zu fühlen, alles zu erinnern und nichts zu verdrängen.
“Der Gedanke an die Zwillinge und der weite Weg nach Florida”
- Dann kommen unweigerlich auch die Gedanken an die Zwillinge Marie und Luise.
- Seit 2024 leben sie mit ihrer Mutter in Florida, genauer gesagt in Miami, weil Doris von der Lufthansa Düsseldorf wegen Personalmangels zur Lufthansa in den USA versetzt wurde.
- All das sind Dinge, bei denen man sich wundert, was das Leben eigentlich vorhat und warum Wege sich manchmal so unbarmherzig trennen müssen.
Und immer wieder taucht der Wunsch in mir auf, einmal im Leben die Route 66 gesehen zu haben.
- Als Kraftfahrer und Kraftverkehrsmeister war das immer ein kleiner Traum.
- Doch nach zwei schweren Herzinfarkten werde ich nie wieder fliegen dürfen.
- Ein Traum, der bleibt, aber unerfüllt bleibt.
“Ein Morgen mit Petra und ein Frühstück, das den Tag eröffnet”
- Um 8 Uhr habe ich mit meiner besten Freundin Petra geplaudert.
- Zwei E-Mails beantwortet, was am frühen Morgen schon ziemlich nervig sein kann.
Doch wie jeden Morgen wurde ich „nicht“ vergessen.

- Es gab eine Tasse heißen, schwarzen Kaffee.
Dazu ein richtig vernünftiges Sonntagsfrühstück.

- Ich habe mir zwei frische halbe Brötchen genommen, die ich mit Kerrygold Butter bestrichen habe, nicht mit dieser einfachen Butter vom Hause der Firma Schuch GmbH.
- Das eine Brötchen wurde mit gut gekühlter Erdbeermarmelade geschmiert und zusätzlich mit zwei Scheiben kaltem Kräuter Käse belegt.
- Das zweite erhielt eine Scheibe gekochten Schinken, gut gekühlt, mit Löwensenf verfeinert und leicht mit Tabasco beträufelt.
Wie jeden Sonntag stand die Wahl zwischen normalem Ei oder Rührei.
- Ich entschied mich für ein gut gekochtes, heißes Ei, verfeinert mit etwas Salz und Pfeffer und Maggi.
So kann ein Tag beginnen, auch wenn man den Morgen bekanntlich nie vor dem Abend loben sollte.
- Und währenddessen plauderte ich weiter mit Petra, bespaßte Facebook-Freunde mit lustigen Videos und beantwortete drei weitere Mails.
“Arbeit am Vormittag und die Gedanken über die Heinrichs-Gruppe”
- Auf meiner privaten Webseite über Wissen aus Beruf und Leben veröffentlichte ich dann einen Beitrag über die Heinrichs-Gruppe.
- Außen hui und innen pfui, sage ich immer.
- Wenn man erst einmal im Arbeiten ist, merkt man gar nicht, wie schnell so ein Vormittag vorbeizieht.
- Und natürlich wurde ich auch heute wieder „nicht“ vergessen.
- Pünktlich zum Mittagessen stand das Essen auf dem Tisch!
“Ein Mittagessen mit Höhen und Tiefen”

- Als Suppe gab es eine kräftige Brühe aus Knochen und Gemüse, mit sichtbarem Paprika am Rand, der dieser Suppe den leicht rötlichen Ton verleiht.

- Die Hauptmahlzeit bestand aus einem panierten Schnitzel, außen cross und goldgelb, innen allerdings etwas zu trocken.
- Doch die fantastische Soße machte das wieder wett.
Dazu gab es Spargelabschnitte, die für die Jahreszeit schon recht holzig waren.
- Holzig bedeutet, dass der Spargel faserig und zäh wird, weil er zu alt ist oder unter schlechten Bedingungen gewachsen ist.
- Solche Fasern lassen sich kaum kauen und führen zu einer unangenehmen Konsistenz.
Über dem Spargel lag eine gut zubereitete Hollandaise.
- Eine Hollandaise besteht traditionell aus Eigelb, Butter und einem Spritzer Zitronensaft.
- Die Herstellung dauert etwa zehn bis fünfzehn Minuten und erfolgt im Wasserbad, damit das Eigelb cremig wird, ohne zu gerinnen.
- Kartoffeln waren ebenfalls dabei, die ich jedoch weder probiert noch gegessen habe.

- Als Dessert gab es eine gut gekühlte Schale mit Fruchtcocktail aus Ananas, Pfirsich und Apfelstücken, getoppt mit einer kalten Vanillecreme.
“Pflege, Gespräche und ein Nachmittag mit gemischten Gefühlen”
- Nach dem Mittagessen fand die Pflege statt.
Doch anstatt zu schlafen, unterhielt ich mich mit der jungen hübschen Pflegerin.
- Wir haben gleich am ersten Tag abgemacht, dass wir nur über Skype reden.
- Mit Kopfhörer hört niemand etwas mit, und wir wissen ja, wie neugierig man hier in der Firma Schuch GmbH ist.
“Wenn sie nicht alles wissen, werden sie krank.“
Wir haben lange geplaudert.
- Sie ist Ende zwanzig, hat die Prüfung zur Pflegefachkraft geschafft und ist wirklich hübsch.
- Und ja, sie findet mich tatsächlich hübsch, was mich zum Grinsen brachte.
- Sie ist schlank, maximal 55 bis 58 Kilo, und eine Figur, die man nur als perfekt bezeichnen kann.
- Zwischendurch schrieb ich Petra.
Ein ehemaliger Fahrer rief an, und natürlich bekam Doris das mit, dass ich mit der deutlich jüngeren hübschen Pflegerin am Skypen bin.
- Begeistert war sie nicht gerade.
- Sie meinte, ob ich nicht schon genug Ärger mit der besten Freundin meiner Tochter und der Russin gehabt hätte.
- Für mich klang es eher nach Eifersucht, aber auch das ist mir Latte.
“Der Nachmittag, ein besonderes Brot und die ewige Bürokratie”
- Auch heute wurde ich wieder „nicht“ vergessen.

- Ich ließ mir Käse bringen, schmierte mir Rosinenbrot mit Kerrygold Butter und belegte die linke Seite mit Kräuterkäse.
- Die rechte Seite schmierte ich ebenfalls mit Kräuterkäse, verfeinerte alles mit Tomatenketchup und ergänzte eine Gurke.
- Dieses Zusammenspiel aus Süße, Säure und leichter Schärfe liebe ich einfach.

- Dazu gab es eine Birne und eine Banane.
- Und diese Birne war mir tausendmal lieber als die ganzen hohlen Birnen in der Firma Schuch GmbH.
- Damit meine ich selbstverständlich die Geschäftsleitung, denn über das Personal lasse ich – bis auf eine Pflegerin – nichts kommen.

- Als Getränk gab es Buttermilch mit Erdbeergeschmack.
Die gelbe Tasse mit den Mini-Tomaten gehörte allerdings nicht zum heutigen Tag, auch wenn ich jedes Mal über die Küche meckern muss:
- „Hier wird nichts gesammelt!“
- Als könnte man mir erzählen, was ich zu tun habe.
- Mir mittlerweile völlig Latte.
Und wie zuverlässig die Firma Schuch GmbH ist, sieht man daran, dass ich immer noch auf die offene Rechnung vom Dezember 2024 über 59,90 € warte.


- Und dass Heike und Markus damals meine Spannbettlaken verschlampt haben.
- Namen nennt man nicht?
- Auch das ist mir Latte.
Die gute Nachricht:
- Ein neuer Rechner kommt!
- Während ich diesen Tagebucheintrag schreibe, kam eine erfreuliche Nachricht:

- In zwei oder drei Tagen kommt mein neuer Rechner.
- Endlich wieder zocken.
- Ich habe Leon über eBay Kleinanzeigen kennengelernt, weil ich momentan nicht viel Geld habe.
Ich suchte einen kleinen Computer zum zocken für World of Tanks.
World of Warships.
Armored Warfare.
Er baut hochwertige Komponenten ein, zum Preis von über 160 €, obwohl ich nur 80 € zahlen konnte.
- Den Rest finanziert er über Spenden.
Ein klasse Kerl.
Mein alter Hochleistungsrechner wurde hier im Heim damals auf den Boden geknallt und ist nachweislich feucht geworden.

- Man erkennt das an Staubablagerungen und getrockneten Wasserrändern auf den Bauteilen – helle Linien, dort wo Feuchtigkeit verdunstet ist.
- Einen solchen Schaden sieht man sofort.
Das war am 01.09.2025, und natürlich ist es der Firma egal.
- Es ist ja nicht ihr Eigentum.
Aber das letzte Wort ist nicht gesprochen.
- Sobald ich eine Wohnung habe, lasse ich meine Verstärker und Gitarren prüfen.
- Und wenn da etwas dran ist, werde ich klagen.
- Und wenn es das Letzte ist, was ich tue.
“Ein ernster Rat zum Schluss und der Blick auf den nächsten Tag”
- Ich kann jedem nur raten, Vater oder Mutter niemals hier in der Firma Schuch GmbH in der Eifel unterzubringen, wenn sie sich nicht mehr selbst helfen können.
- Hier ist man nur eine Nummer im System.
- Empathie existiert nicht.
Ich suche weiterhin eine vernünftige Kanzlei im Großraum Düsseldorf.
Was der nächste Tag bringt, weiß ich nicht.
- Eine Glaskugel kann ich mir nicht leisten.
Aber eins weiß ich:
- Morgen früh geht mir die Küche wieder tierisch auf den Sack.

Ja, ich frage mich das gleiche wie Doris.
Aber jede Medaille hat zwei Seiten.
Und letztendlich ist es Dein Leben und Deine Entscheidung.
Wie ich gestern schon sagte, ich drücke Dir die Daumen und hoffe, das Du nicht wieder verarscht wirst, wie von Ihrer Vorgängerin. …
Ich bewundere Dich und das habe ich schon immer, wie Du mit Deinen Schicksalsschlägen umgehst und selber mit Deinem Schicksal umgehst.
Mein Eindruck ist, die Arbeit und Deine Neugier auf das Leben, halten Dich bei Kräften. …
Ja, das frage ich mich auch, wie man mit fremden Eigentum so umgehen kann ?!
Irgendwann kommt der Tag der Abrechnung und ich hoffe sehr, das dann Fa. Schuch Haus und Hof verliert !!!
Moin Chef, manchmal hat man ja so eine Ahnung, und meine Ahnung schreit gerade ziemlich laut, dass deine Ex vermutlich vor lauter Wut schon halb an der Zimmerdecke klebt.
Aber gut, du kennst Naomis und meine Einstellung zu der ganzen Geschichte.
Immer schön locker bleiben, denn du bist schließlich nicht nur dreimal sieben alt, sondern hast damit genug Lebenserfahrung gesammelt, um selbst zu entscheiden, was du tust, wen du triffst und wie du dein eigenes Leben in die Spur bringst.
Petra sieht das genauso – es ist und bleibt dein Ding, und niemand sonst hat dir da reinzuquetschen.
Die Bude, in die du da gerade gesteckt worden bist, bleibt allerdings ein Kapitel für sich.
Ich war ja inzwischen schon zweimal da, und obwohl das Personal wirklich freundlich ist und sich alle Mühe geben, ist der Laden trotzdem ein einziges Trauerspiel.
Nach über fünfeinhalb Jahren in ein und demselben Pflegebett könnte ich nicht mal ansatzweise sagen, wie ich reagiert hätte – wahrscheinlich auch nicht unbedingt gelassener als du.
Kein Wunder also, dass du da schnellstmöglich raus musst, damit du endlich wieder auf die Beine kommst.
Ohne echte Gesundheitsvorsorge und vernünftige Physiotherapie wird das sonst die nächsten drei Jahrzehnte nichts.
Und du weißt, dass du im nächsten Jahr unbedingt mal wieder zu uns nach Hause kommen sollst.
Nicht irgendein Haus – dein Zuhause, jahrzehntelang.
Wir wissen ganz genau, was das für dich bedeutet und wie schwer dir der Zustand gerade auf der Seele liegt.
Wenn’s für Naomi und die Hunde nicht so weit wäre, würden sie mich das nächste Mal sofort begleiten.
Aber du weißt ja, wie das ist – die ganze Strecke bis zu dir ist kein Katzensprung.
Und die Kiddys kann man nicht einfach allein lassen.
Selbst mit Hund würde das eine kleine Weltreise werden, und für die Fellnasen wäre das eher Stress als Vergnügen.
Trotzdem bist du bei uns ständig im Kopf und im Herzen.
Und jetzt, Chef, mach dem komischen Vogel aus Düren, der da irgendwas mit deiner Betreuung zu tun hat, bitte mal richtig Dampf unter dem Arsch.
Der soll dafür sorgen, dass du endlich in ein vernünftiges Alten- und Pflegeheim kommst – eines, das dir gerecht wird, und nicht so ein Notlager, das gerade so stehen bleibt.
Liebe Grüße von Naomi, den Kindern und natürlich auch von deinen beiden Freunden, die du immer wieder erwähnst und die dich ebenfalls fest auf dem Schirm haben.
Danke Hans. Liebe Grüße an Deine Frau.