Heute lag ich die ganze Nacht über vor meinem Bildschirm, als wäre dieses milde, flackernde Licht der einzige ruhige Puls in meinem Zimmer gewesen.
- Mein Name ist Jakob Diener, ich bin freiberuflicher Redakteur, Journalist und seit über Jahren Bettlägerig durch einen Arbeitsunfall und zwei schwere Herzinfarkte.
Vielleicht brauchte ich genau diese Stille, um wirklich zu begreifen, dass mein altes Tagebuch verschwunden ist.
- Alle Fotos, alle Videos, alle Erinnerungen der letzten Monate – weg.
- Ein Providerwechsel, notwendig aus Kostengründen, hat alles ausgelöscht.
- Und doch spüre ich heute früh eine merkwürdige Leichtigkeit in mir, fast wie ein tiefer Atemzug nach einem langen Regen.
Vielleicht ist es genau das, was ein Tagebuch manchmal braucht:
- Einen sanften Neubeginn, ein „Back to the roots“ mit Herz und Seele.
“Der romantische Neuanfang”
- Ich merke, wie gut es tut, wieder neu zu schreiben, als würde jeder Satz eine frische Spur ziehen.
- Ich habe einen günstigen Anbieter gefunden, und auch wenn mich der Neustart einige Nerven gekostet hat, fühlt es sich nun doch an wie ein liebevoller Blick nach vorne.
Mein Tagebuch soll wieder zu dem werden, was es immer war:
- Ein kleines Fenster in mein Leben, gestaltet von mir ganz privat, mit offenen Gedanken, warmen Erinnerungen und hoffentlich vielen neuen Momenten.
- Auch wenn alles verloren ist, bleibt doch die Freude daran, wieder damit zu beginnen.
“Schwere Zeiten, die mich geprägt haben”
- Wer mich kennt, der weiß, dass ich keine halben Sachen mache.
- Und genau das hat sich in meinem Leben oft gezeigt.
- 2019 lebte und arbeitete ich in Barcelona, als ich einen schweren Arbeitsunfall erlitt.
- Ich habe alles gegeben, und das Leben hat mich nicht geschont.
- Ende Februar 2020 bekam ich zwei schwere Herzinfarkte und dazu eine Niereninsuffizienz.
- Seit über fünfeinhalb Jahren bin ich nun bettlägerig und Pflegefall mit Pflegestufe 4.
- Zuerst war ich in einem Pflegeheim in Jülich-Hambach, und im Juli 2023 wurde ich durch eine Zwangsräumung in die Eifel verlegt, in die Obhut der Firma Schuch GmbH in Nideggen.
- Trotz all dieser Schicksalsschläge spüre ich jeden Tag die Kraft, weiterzumachen, weiter zu schreiben und kleine Lichtblicke zu finden.
“Erinnerungen an Familie, Beruf und die Wege dazwischen”
- Während ich im Dunkel der Nacht vor dem Bildschirm lag, kamen viele Bilder zurück.
- Meine Familie, mein Alltag, meine Arbeit – all das gehört in dieses Tagebuch, weil es mein Leben ist.
- Ich erinnerte mich daran, wie alles beim Deutschen Roten Kreuz begann, als ich eigentlich nur den Erste-Hilfe-Nachweis für meinen Führerschein brauchte.
- Doch wie so oft nahm das Leben einen anderen Weg als gedacht.
- Vom kleinen Ersthelfer im Kreisverband Heinsberg führte mich mein Weg weiter bis zur intensiven Ausbildung zum Rettungssanitäter in Bonn.
- Jeder Tag, jede Begegnung, jede Erfahrung – all das waren Kapitel, die ich zuvor in meinem Tagebuch bereits festgehalten hatte.
- Jetzt schreibe ich sie neu, nicht als Kopie, sondern als neue Erinnerung.
“Das rastlose Herz und die vielen beruflichen Wege”
- Wenn ich ehrlich bin, musste ich lächeln, als mir wieder einfiel, wie viele Menschen früher sagten, ich hätte Hummeln im Hintern.
- Vielleicht hatten sie recht.
- Ich war nie jemand, der stillsitzen konnte.
- Zwei Ehen, unzählige Arbeitsstunden, und immer dieses Gefühl, dass da draußen noch etwas wartet.
- Ich begann als einfacher Kraftfahrer, ließ mich später beim TÜV Rheinland zum Berufskraftfahrer ausbilden und finanzierte mir schließlich die Weiterbildungen zum Kraftverkehrsmeister und Speditionskaufmann.
- Wenn ich heute darauf zurückblicke, sehe ich nicht nur berufliche Stationen – ich sehe Schritte, die mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich nun bin, hier, an diesem kleinen virtuellen Schreibtisch.
“Die Musik – mein leises Zuhause zwischen den Jahren”
- Doch all die Arbeit war nie alles.
- Ein Teil von mir lebte immer in anderen Welten, in Melodien und in Tönen, die mir oft mehr sagten als Worte.
- Die Bahn und die Modellbahn waren meine stillen Hobbys, aber die Musik war meine große Liebe.
- Viele Jahrzehnte durfte ich Musiker sein, durfte mit Namen arbeiten, die heute jeder kennt.
- Peter Maffay, Juliane Werding, Howard Carpendale – ich lernte sie kennen und vor allem schätzen.
- Die Studiozeit mit Peter, als wir gemeinsam Tabaluga aufgenommen haben, bleibt für mich unvergesslich.
“Ein Sommer auf Mallorca und eine Erinnerung, die nie vergeht”
- Besonders lebendig wird es in mir, wenn ich an Samantha denke.
- Unsere gemeinsame Reise nach Mallorca war lange einer meiner wertvollsten Tagebucheinträge.
- Ich hatte Fotos, kleine Videos, Notizen voller Liebe – und auch wenn diese Daten nun verloren sind, lebt die Erinnerung weiter.
- Sie traf Peter Maffay persönlich, war so stolz darauf, dass sie in der Schule tagelang davon erzählte.
- Die Lehrer riefen mich sogar an, weil sie nicht mehr aufhören konnte davon zu erzählen.
- Heute bringt mich diese Erinnerung zum Lächeln, weil sie voller Leben, voller Wärme und voller Samantha ist.
- Kein Datenverlust kann mir das nehmen.
“Ein leeres Blatt, das sich wieder füllen darf”
- All das, was in meinem alten Tagebuch stand, die Fotos, die Videos, die kleinen Momente – sie sind verschwunden.
- Aber die Erinnerungen leben in mir weiter, und vielleicht ist es sogar schöner, sie heute mit neuen Worten und neuer Wärme aufzuschreiben.
- Ich freue mich auf alles, was kommt.
- Auf neue Einträge.
- Auf Inspirationen, die mich erreichen.
- Auf Nachrichten, die mir Mut geben und Freude schenken.
- Mein Tagebuch beginnt neu, und ich spüre die Hoffnung und das Lachen, die es wieder füllen werden.
- Mit romantischem, gut gelaunten und fröhlichen Blick nach vorne.
Jakob Diener

